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EPR-Nummer beantragen: Was sie ist, wie viele Sie brauchen und wo Sie sie bekommen

Die EPR-Nummer ist eine Registrierungsnummer aus einem nationalen Herstellerregister, kein EU-weiter Identifikator. Format der LUCID-Nummer und des franzoesischen IDU, wie viele Registrierungen Sie wirklich brauchen, warum Marktplaetze Angebote sperren und was Artikel 44 PPWR ab 12. August 2026 aendert.

Autor: myDPP Team

EPR-Nummer beantragen: Was sie ist, wie viele Sie brauchen und wo Sie sie bekommen

Die Frage „wie lautet unsere EPR-Nummer” klingt wie die Frage nach einem einzelnen Stammdatenfeld. In der Praxis gibt es keine EPR-Nummer — es gibt so viele, wie es Kombinationen aus Land, Abfallstrom und Rolle gibt, in denen Sie Ware in Verkehr bringen. Ein Haendler, der Bluetooth-Kopfhoerer im Kartonverpackung nach Deutschland und Frankreich verkauft, braucht sechs Nummern: Verpackung, Elektrogeraete und Batterien, jeweils getrennt pro Land. Keine ersetzt die andere.

Sichtbar wird die Nummer meist erst, wenn sie fehlt. Der Marktplatz deaktiviert das Angebot, der Kunde fordert einen Nachweis, die Marktueberwachungsbehoerde schreibt. Seit dem 12. August 2026 macht die EU-Verpackungsverordnung (EU) 2025/40 (PPWR) die Registrierung zur Voraussetzung fuer das Inverkehrbringen und verpflichtet Online-Plattformen, die Registrierung ihrer Verkaeufer zu pruefen. Dieser Artikel erklaert, was eine EPR-Registrierungsnummer ist, wie sie in Deutschland und Frankreich aussieht, wie Sie sie bekommen und wo dieselben Daten mit dem digitalen Produktpass zusammenlaufen.


Das Wichtigste in Kuerze

  • Es gibt keine EU-weite EPR-Nummer. Die Register sind national — Artikel 44 PPWR verpflichtet jeden Mitgliedstaat, ein eigenes Herstellerregister zu fuehren, und die Registrierung ist Voraussetzung fuer das Inverkehrbringen von Verpackungen in diesem Staat.
  • Nummern vervielfachen sich ueber Abfallstroeme, nicht nur ueber Laender. Verpackungen, Elektro- und Elektronikgeraete, Batterien, Textilien und Moebel sind getrennte EPR-Systeme mit getrennten Registern und getrennten Nummern.
  • Deutschland: zwei verschiedene Nummern in zwei verschiedenen Registern. Die LUCID-Nummer hat das Format DE plus 13 Ziffern (Verpackungsregister der Zentralen Stelle Verpackungsregister). Die WEEE-Reg.-Nr. der Stiftung EAR lautet DE plus 8 Ziffern.
  • Frankreich: ein IDU pro Abfallstrom. Der Identifiant unique von ADEME/SYDEREP hat 13 Zeichen im Format FR123456_10ABCD — SYDEREP-Nummer, Unterstrich, zweistelliger Stromcode und vier Zufallsbuchstaben. Pflicht seit 1. Januar 2022.
  • Der Marktplatz ist heute die Kontrollinstanz. Artikel 45 PPWR verlangt von Plattformen, die Registrierung des Verkaeufers vor der Freischaltung zu pruefen; deutsches Recht verlangte das fuer Verpackungen und Elektrogeraete schon vorher, und Artikel 30 DSA verpflichtet Plattformen, Unternehmerdaten zu erheben.
  • Die Nummer ist nicht die Systembeteiligung. Die Registrierung ist die Anmeldung beim Staat; die Lizenzierung ist die Bezahlung von Sammlung und Recycling. Ohne den zweiten Schritt ist der erste wertlos.
  • Hersteller ohne Niederlassung im jeweiligen Staat brauchen einen Bevollmaechtigten fuer die erweiterte Herstellerverantwortung — seit 12. August 2026 gilt das auch fuer Unternehmen aus anderen EU-Staaten, nicht nur aus Drittlaendern.

Was eine EPR-Nummer ist — und was nicht

„EPR” steht fuer extended producer responsibility, die erweiterte Herstellerverantwortung: den Grundsatz, dass die Kosten fuer Sammlung, Sortierung und Recycling eines Produkts am Lebensende derjenige traegt, der es in Verkehr gebracht hat. Der Grundsatz stammt aus den Artikeln 8 und 8a der Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG und wird durch nationales Recht sowie sektorale EU-Verordnungen umgesetzt.

Die EPR-Nummer ist eine Registrierungsnummer, die das nationale Herstellerregister nach der Anmeldung zuteilt. Sie ist weder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer noch EORI-Nummer noch Vertragsnummer eines dualen Systems. Sie erfuellt drei Funktionen:

  • Registrierungsnachweis gegenueber Behoerden und Geschaeftspartnern,
  • Meldeschluessel, unter dem Sie die in Verkehr gebrachten Mengen berichten,
  • Pflichtfeld im Marktplatz-Backend und zunehmend in Handelsdokumenten.

Zwei Begriffe muessen dabei streng getrennt bleiben. Registrierung ist die Anmeldung im staatlichen Register und die Zuteilung der Nummer — ohne Entgelt fuer Entsorgung. Die Systembeteiligung (Lizenzierung) ist der Vertrag mit einem dualen System oder einer Herstellerverantwortungsorganisation und die tatsaechliche Bezahlung von Sammlung und Recycling. Eine Registernummer ohne gueltige Systembeteiligung ist ein Verstoss, kein Nachweis — und Marktplaetze pruefen inzwischen beides. Die Trennlinie beschreiben wir ausfuehrlich im Artikel zur erweiterten Herstellerverantwortung fuer Verpackungen.

Drei Achsen, die die Nummern vervielfachen

Die Anzahl der benoetigten Nummern folgt selten der Anzahl der Produkte. Sie folgt dem Produkt aus drei Achsen.

Erste Achse: Land. Das Register ist national. Eine Registrierung in Deutschland gilt nicht in Frankreich, auch wenn Sie aus demselben Lager versenden. Sieben Zielmaerkte bedeuten sieben Verfahren, sieben Meldekalender und sieben Nummern in jedem betroffenen Strom.

Zweite Achse: Abfallstrom. Verpackungen, Elektro- und Elektronikgeraete, Batterien, Textilien, Moebel, Reifen, Oele — jeder Strom ist ein eigenes System mit eigenem Register. Frankreich ist hier am konsequentesten: ADEME erteilt je Strom einen eigenen IDU, nicht einen pro Unternehmen.

Dritte Achse: Rolle. Registrieren muss sich, wer ein Produkt in einem Markt erstmals bereitstellt. Beim Versandhandel aus Deutschland nach Frankreich sind Sie Hersteller im Sinne des franzoesischen Rechts, nicht Ihr franzoesischer Kunde. Kaufen Sie fertig verpackte Ware bei einem franzoesischen Haendler und verkaufen sie in Frankreich, in der Regel nicht. Die Rollenzuordnung in der Verpackungskette beschreibt der Artikel zu den PPWR-Pflichten von Hersteller, Importeur und Haendler.

Die praktische Konsequenz: Zaehlen Sie die Nummern vor der Expansion, nicht nach der ersten Angebotssperre. Eine realistische Matrix „Land x Strom” hat schnell ein Dutzend Felder.

Wie eine EPR-Nummer tatsaechlich aussieht

Die Formate sind national und haben keine gemeinsame Syntax. Die beiden in Marktplatz-Backends am haeufigsten verlangten sehen so aus:

Deutschland, Verpackungen — LUCID-Nummer. Format: DE plus 13 Ziffern, zum Beispiel DE1234567890123. Zugeteilt vom Verpackungsregister LUCID der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR). Die Nummer ist oeffentlich — das Register hat eine Suchfunktion, sodass Geschaeftspartner Ihren Eintrag pruefen koennen und Sie den Ihrer Lieferanten.

Deutschland, Elektrogeraete — WEEE-Reg.-Nr. Format: DE plus 8 Ziffern, zum Beispiel DE12345678. Zugeteilt von der Stiftung EAR, die auch die Batterieregistrierung abwickelt. Die WEEE-Nummer muss in Angeboten und auf Geschaeftsunterlagen genannt werden — sie ist kein internes Datum.

Frankreich, alle Stroeme — IDU (identifiant unique). Format: 13 Zeichen, FR plus sechs Ziffern (die fruehere SYDEREP-Nummer), Unterstrich, zweistelliger Stromcode und vier Zufallsbuchstaben — zum Beispiel FR123456_10ABCD. Zugeteilt von ADEME ueber das SYDEREP-Portal, je Strom einmal. Die IDU-Pflicht folgt aus dem AGEC-Gesetz und gilt seit 1. Januar 2022.

In anderen Mitgliedstaaten existieren Nummern ebenso, aber Bezeichnungen und Formate unterscheiden sich: in Polen die BDO-Registernummer, in Spanien der Eintrag im Herstellerregister des Umweltministeriums (MITECO), in Italien sektorale Eintragungen mit der faktischen Anforderung einer im Land niedergelassenen Einheit, in Oesterreich die Registrierung im EDM-Portal, in den Niederlanden die Anmeldung im nationalen System und die Teilnahme an Verpact. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Format aus einem Land in das gleiche Feld eines anderen passt.

Land fuer Land: wo Sie sich registrieren

Die folgenden Einstiegspunkte begegnen deutschen Exporteuren am haeufigsten. Die Liste ist orientierend — das zustaendige Register haengt vom Strom und davon ab, ob Sie im Land niedergelassen sind.

Deutschland

Drei parallele Systeme: LUCID (Verpackungen, ZSVR) plus verpflichtender Vertrag mit einem dualen System, Stiftung EAR (Elektrogeraete, WEEE) und die Batterieregistrierung ebenfalls ueber die EAR. Seit dem 12. August 2026 gilt das deutsche Verpackungsrecht in der neuen, an die PPWR angebundenen Fassung — Verfahren und Uebergangsfristen beschreibt der Artikel zum LUCID-Verpackungsregister. Ohne Eintrag besteht ein Vertriebsverbot, nicht nur ein Bussgeldrisiko.

Frankreich

Alles ueber ADEME/SYDEREP, je Strom ein IDU. In Frankreich hat die Nummer den stark „produktbezogenen” Charakter: Sie wird in der Kommunikation mit den Verwertungsorganisationen, in Marktplatzbedingungen und im Zusammenhang mit der Triman-Kennzeichnung nach dem AGEC-Gesetz verlangt.

Polen

BDO — die Datenbank zu Produkten, Verpackungen und Abfallwirtschaft. Die BDO-Registernummer ist oeffentlich und auf Geschaeftsunterlagen anzugeben; der Eintrag umfasst Verpackungen, Elektrogeraete, Batterien und weitere Stroeme in einem Register, gegliedert nach Abschnitten.

Spanien, Italien, Oesterreich, Niederlande

Spanien fuehrt ein Herstellerregister beim Umweltministerium und verlangt den Beitritt zu einem Kollektivsystem. Italien verlangt fuer Teile der Stroeme faktisch eine im Land niedergelassene Einheit — eine reine Fernregistrierung genuegt nicht immer. Oesterreich arbeitet mit dem EDM-Portal und Kollektivsystemen. Die Niederlande haben Verpact als Betreiber des Verpackungssystems. Verfahren, Meldekalender und Beitragsberechnung unterscheiden sich in jedem dieser Laender.

Der Rest der EU

Das Prinzip bleibt: ein Register pro Staat pro Strom. Das groessere operative Risiko ist nicht die einzelne Registrierung, sondern die Pflege von einem Dutzend Eintraegen: Markenaktualisierungen, Aenderungen im Verpackungsportfolio, Jahresmeldungen in unterschiedlichen Formaten und Fristen.

Was die PPWR seit dem 12. August 2026 aendert

Die Verordnung (EU) 2025/40 schafft keine europaeische Einheitsnummer, ordnet die Verpackungsregister aber und schliesst drei Luecken.

Artikel 44 — Herstellerregister. Jeder Mitgliedstaat muss ein Register fuehren, und die Registrierung ist Voraussetzung dafuer, Verpackungen oder verpackte Produkte in seinem Markt bereitzustellen. Die Pflicht entsteht mit der erstmaligen Bereitstellung im jeweiligen Staat — auch dann, wenn Sie verpackte Produkte auspacken, ohne Endnutzer zu sein. Welche Angaben der Antrag enthaelt, regelt Anhang IX: Herstellerdaten, Markennamen, Kontaktdaten, Identifikationscode, Handelsregisternummer und Steueridentifikationsnummer, bei einem Bevollmaechtigten auch dessen Daten. Der Eintrag ist aktuell zu halten.

Artikel 45 — EPR-Pflichten und Plattformen. Der Hersteller registriert sich in jedem Verkaufsland, meldet jaehrlich die in Verkehr gebrachten Mengen nach Materialien aufgeschluesselt und zahlt den finanziellen Beitrag. Neu ist die Plattformpflicht: Betreiber, die Verkaeufern den Abschluss von Vertraegen mit Verbrauchern ermoeglichen, muessen vor der Freischaltung eines Verkaeufers pruefen, ob dieser im zustaendigen nationalen Register eingetragen ist und seine EPR-Pflichten erfuellt.

Bevollmaechtigter fuer die erweiterte Herstellerverantwortung. Ein Hersteller, der Verpackungen in einem Staat bereitstellt, in dem er nicht niedergelassen ist, muss dort einen Bevollmaechtigten fuer die erweiterte Herstellerverantwortung benennen. Seit dem 12. August 2026 greift die Regel auch im innergemeinschaftlichen Verkauf — das ist der Punkt, den Unternehmen mit dem Argument „wir sind in der EU, wir brauchen keinen Bevollmaechtigten” am haeufigsten uebersehen.

Dazu kommen sektorale Regeln mit eigenen Registern: die WEEE-Richtlinie 2012/19/EU fuer Elektrogeraete und die Batterieverordnung (EU) 2023/1542 fuer Batterien, wo die Herstellerregistrierung ebenfalls Voraussetzung fuer das Inverkehrbringen ist.

Warum der Marktplatz das Angebot sperrt

Der haeufigste erste Kontakt mit dem Thema EPR-Nummer ist ein deaktiviertes Angebot. Der Mechanismus greift auf drei Rechtsebenen zusammen.

  • Nationales Recht. Deutschland verpflichtet Plattformbetreiber, den Eintrag im Verpackungsregister und im Elektrogeraeteregister zu pruefen, bevor ein Verkaeufer systembeteiligungspflichtige Ware anbietet. Deshalb deaktivieren Amazon, eBay oder Otto Market Listings ohne gueltige LUCID- oder WEEE-Nummer.
  • PPWR. Artikel 45 dehnt die Logik „Plattform prueft Registrierung” auf den gesamten EU-Verpackungsmarkt aus.
  • DSA. Artikel 30 der Verordnung (EU) 2022/2065 verpflichtet Plattformen, Identifikationsdaten des Unternehmers zu erheben und zu pruefen, bevor er verkaufen darf. Die EPR-Registernummer ist eines der Daten, die dabei abgefragt werden.

Praktische Konsequenz: Die Nummer muss im Verkaeufer-Backend fuer jedes Versandland eingetragen sein, nicht nur vorhanden. Sperren entstehen meist aus drei Gruenden: Eintrag im falschen Landesfeld, abgelaufene Systembeteiligung bei aktivem Registereintrag oder abweichende Firmenbezeichnung zwischen Register und Verkaeuferkonto.

EPR-Nummer beantragen: sechs Schritte

1. Bauen Sie die Matrix Land x Strom

Listen Sie die Laender der erstmaligen Bereitstellung und die Stroeme, die Sie tatsaechlich in Verkehr bringen: Verkaufs-, Um- und Transportverpackung, Elektrogeraete, Batterien (auch eingebaute), Textilien, Moebel. Eine Batterie in der Zubehoerschachtel ist ein eigener Strom, auch wenn Sie keine Batterien als Produkt verkaufen.

2. Klaeren Sie die Rolle pro Markt

Pruefen Sie, wer in jedem Markt erstmals bereitstellt. Versandhandel an Verbraucher in einem anderen Staat macht Sie dort fast immer zum Hersteller. Verkauf an einen Haendler, der selbst in Verkehr bringt, in der Regel nicht.

3. Entscheiden Sie ueber den Bevollmaechtigten

Fuer jedes Land ohne eigene Niederlassung klaeren Sie, ob Sie einen Bevollmaechtigten fuer die erweiterte Herstellerverantwortung brauchen, und benennen ihn je Staat gesondert. Einen Bevollmaechtigten fuer die ganze Union gibt es nicht.

4. Registrieren und die Nummer im Quellsystem ablegen

Halten Sie die Registernummer im Produktdatensystem oder ERP als Attribut mit Land und Strom, nicht in einer Tabelle bei einer einzelnen Person — idealerweise dort, wo auch die Daten fuer die EU-Konformitaetserklaerung liegen.

5. Schliessen Sie die Systembeteiligung ab

Registrierung ohne Systemvertrag ist ein Verstoss. Schliessen Sie den Vertrag je Land und Strom ab und synchronisieren Sie die gemeldeten Mengen mit dem, was Sie an das Register berichten.

6. Richten Sie einen Pflegekalender ein

Jahresmeldungen, Aktualisierung bei neuer Marke oder neuer Verpackung, Nachweise fuer Marktplaetze. Ein Eintrag, den niemand aktualisiert, schuetzt nicht mehr — und die Abweichung zwischen gemeldeter und tatsaechlicher Menge ist einer der haeufigsten Ansatzpunkte fuer Pruefungen.

Wo EPR-Nummern und digitaler Produktpass zusammenlaufen

Die EPR-Registernummer und der digitale Produktpass sind zwei verschiedene Pflichten, aber sie speisen sich aus derselben Datenbasis. Die EPR-Registrierung verlangt Masse und Materialzusammensetzung der Verpackung nach Materialien, Markendaten und Identifikationsdaten des verantwortlichen Akteurs. Genau diese Felder tauchen in den ESPR-Informationsanforderungen und in der PPWR-Konformitaetserklaerung fuer Verpackungen wieder auf.

Unternehmen, die diese Daten an einem Ort halten, zahlen die Aufraeumarbeit einmal und nutzen sie dreifach: fuer die EPR-Meldung, fuer die Konformitaetsdokumentation und fuer den Produktpass. Unternehmen mit Tabellen pro Land erzeugen sie bei jedem neuen Markt neu. Es ist dieselbe Logik wie im Artikel zu DPP und PIM — die Registernummer ist einfach ein weiteres marktabhaengiges Produktattribut.

Haeufige Fehler

  • Die Nummer als Firmendatum behandeln statt als Datum pro Land und Strom. Ein einziges Feld „EPR” im ERP garantiert spaeteres Chaos.
  • Nach der Registrierung aufhoeren. Ein Eintrag ohne Systembeteiligung sieht im Register korrekt aus und schuetzt vor nichts.
  • Annehmen, ein EU-Unternehmen brauche keinen Bevollmaechtigten. Seit 12. August 2026 zaehlt bei Verpackungen die fehlende Niederlassung im jeweiligen Staat, nicht die fehlende Niederlassung in der Union.
  • Eingebaute Batterien und Transportverpackungen uebergehen. Beide zaehlen, beide sind zu melden.
  • Mengen „aus dem Gedaechtnis” melden. Die Abweichung zwischen Meldung und Realitaet ist leicht nachweisbar und teuer.

Haeufig gestellte Fragen

Gibt es eine EU-weite EPR-Nummer?

Nein. Die Register sind national, und Artikel 44 PPWR verlangt das ausdruecklich: Jeder Mitgliedstaat fuehrt ein eigenes Herstellerregister, und die Registrierung ist Voraussetzung fuer das Inverkehrbringen von Verpackungen in seinem Hoheitsgebiet. Die PPWR harmonisiert den Datenumfang (Anhang IX) und die Verfahren, schafft aber keinen einheitlichen europaeischen Identifikator.

Wie sieht eine EPR-Nummer aus?

Das haengt von Land und Strom ab. Die deutsche LUCID-Nummer fuer Verpackungen ist DE plus 13 Ziffern; die deutsche WEEE-Reg.-Nr. ist DE plus 8 Ziffern; der franzoesische IDU hat 13 Zeichen im Format FR123456_10ABCD. In Polen entspricht ihr die BDO-Registernummer. Ein gemeinsames Format existiert nicht.

Wie viele Nummern brauche ich?

So viele, wie die Matrix „Land der erstmaligen Bereitstellung x eingebrachter Abfallstrom” Felder hat. Elektrogeraete mit Batterien in einer Verpackung, verkauft in zwei Laender, bedeuten sechs Registrierungen, nicht eine.

Genuegt die Nummer allein zum Verkaufen?

Nein. Die Nummer ist der Registrierungsnachweis. Getrennt davon muessen Sie einem Kollektivsystem beitreten (Lizenzierung), Beitraege zahlen und Mengen melden. Marktplaetze pruefen heute beides, nicht nur die Existenz des Eintrags.

Braucht ein EU-Unternehmen einen Bevollmaechtigten?

Bei Verpackungen ja, wenn Sie sie in einem Staat bereitstellen, in dem Sie nicht niedergelassen sind. Seit dem 12. August 2026 gilt die Pflicht auch fuer Hersteller aus anderen Mitgliedstaaten, und der Bevollmaechtigte wird je Staat gesondert benannt.

Warum sperrt der Marktplatz mein Angebot, obwohl ich eine Nummer habe?

Drei typische Ursachen: Die Nummer steht im Backend beim falschen Land, die Systembeteiligung ist abgelaufen, obwohl der Registereintrag aktiv ist, oder die Firmenbezeichnung im Register weicht von der im Verkaeuferkonto ab. Plattformen vergleichen Daten und pruefen nicht nur, ob eine Nummer vorhanden ist.

Uebernimmt myDPP die Registrierung fuer mich?

Nein. Die Registrierung nimmt der Hersteller oder sein Bevollmaechtigter vor. myDPP ordnet die Produkt- und Verpackungsdaten, aus denen EPR-Meldungen, Konformitaetsdokumentation und der digitale Produktpass entstehen — und haelt Registernummern als Attribute je Land und Strom. Wie das praktisch ablaeuft, zeigt die Implementierungs-Checkliste.

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Quellen